Schadstoffgrenzwerte nach Euronorm und EEV

Der Verkehr belastet unsere Umwelt - Die Schadstoffgrenzwerte

Der Verkehr ist verantwortlich für eine Vielzahl von Luftschadstoffen sowie Treibhausgasen der Abgase, die der Verkehr ausstößt. Verbesserungen in der Fahrzeugtechnologie sowie den Kraftstoffen verminderten den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge. Allerdings machten ein wachsendes Verkehrsaufkommen sowie die mehr gefahrenen Kilometer diese Erfolge vor allem bei den Treibhausgasen wieder zunichte.

Bereits die Einführung der Katalysatorpflicht bei Benzinmotoren in 1987 reduzierte die Kohlenwasserstoffe sowie die Stickoxide. Weniger Schwefel in Treibstoffen verbesserte die Umweltbelastungen durch Schwefeldioxid. besonders die schwefelfreien Kraftstoffe sind eine Voraussetzung beim Einsatz moderner Abgas-Nachbehandlungs-Technologien sagt Rolf Hinrichs. Der Verkehr ist der Hauptverursacher der Stickoxiden, Partikel und Treibhausgase.

Die Schadstoffe und Treibhausgase

Die Stickoxide (NOx) sind Reizgase sowie Vorläufersubstanzen, die das bodennahe Ozon bilden. Sie werden vor allem im Verkehr von dieselbetriebenen PKW sowie dem Schwerverkehr hervorgerufen. Die Anzahl dieser Verkehrsmittel wie deren Kilometerleistung steigt und die Stickoxidbelastungen vom Verkehr sinken deshalb kaum. Das kann sich nur mit der flächendeckenden Einführung der Stickoxidkatalysatoren für alle Dieselfahrzeuge ändern.

Dieselfahrzeuge im Personenverkehr und im Schwerverkehr verursachen außerdem Feinstaub (Partikel). Wegen der geringen Größe dringen die Partikel tief in die Lunge ein. Mit Partikelfiltern kann man aber die Partikel fast ganz aus den Abgasen filtern.

Als wichtigstes Treibhausgas kennen wir Kohlendioxid (CO2). Der Ausstoß von CO2 hängt vom eingesetzten Treibstoff und den zurückgelegten Strecken und dem spezifischen Energieverbrauch des Fahrzeuges und der Fahrweise ab. Rolf Hinrichs ist der Ansicht : "Bei der technologischen Entwicklung führt eine verbesserte Verbrennungstechnologie in der Tendenz zum Absinken des CO2-Ausstoßes". Dagegen steigen aber die durchschnittliche Fahrzeugleistung sowie das Fahrzeuggewicht. Genau diese Faktoren und die Zusatzausstattungen wie Klimaanlagen verbrauchen aber mehr Kraftstoff. Deshalb und in Kombination mit den steigenden Verkehrsaufkommen erhöht sich die CO2- Emission aus dem Verkehr.

Die Schadstoffklassen und die Kfz Steuer

Für Pkws gibt es unterschiedliche Schadstoffklassen von Euro 6 bis Euro 1. Sie richten sich nach dem Schadstoffausstoß, den die Fahrzeuge verursachen. So entstand eine Basissteuer für je 100 Kubikzentimeter Hubraum des Fahrzeugs
Derzeit aktuellen Schadstoffklassen, die auch für Hybridfahrzeuge git:

  • Euro 1
  • Euro 2
  • Euro 3
  • 3 Liter Auto/ 5 Liter Auto
  • Euro 4
  • Euro 5
  • Euro 6
  • Autos, nicht schadstoffarm, die fahren dürfen bei Ozonalarm
  • Autos, nicht schadstoffarm, die nicht fahren dürfen

Bei Dieseln ist die Euronorm 5 noch in 5a und 5b unterteilt aus den Jahren 2009 und 2011. Die Euro 6b bis d und 6d Temp hat neben den Jahren der Einführung den unterschiedlichen Testzyklus bei b und c und d beinhaltet noch zusätzlich einen veränderten Konformitätsfaktor RDE, der bei dem "Real Driving Emissions" ermittelt wird. Die Prüfung unter Praxisbedingungen sind in den Vordergrund getreten und stehen in 2017 bis 2021 an nachdem nach den Typprüfungen später vier höhere Abgaswerte auftraten, die dann auch zu den bekannten Skandalen führten. Das RDE-Prüfverfahren der Europäischen Union, die Vermessung der Real Driving Emissions (RDE) wird ab September 2017 die laborgestützten Testverfahren ergänzen. Busse und Lkws über 3,5 t haben die römischen Ziffern I bis VI.

Besonderes in Schadstoffklasse Euro 6 für PKW

Das Europäische Parlament hat neue Grenzwerte für den Schadstoffausstoß der Autos beschlossen. Seit 01. September 2014 sind sie bei Typprüfungen und seit 01. September 2015 bei Neuzulassungen für PKW mit Benzin- sowie Dieselmotor verbindlich. Bis Ende August 2018 ist für die Messungen bei Neuzulassungen der NEFZ-Testzyklus relevant danach wird nach WLTC getestet, für die Typzulassungen gilt das jeweils ein Jahr früher. Derzeit setzt sich die Schadstoffklasse Euro 6 bei Neuwagen aller Automarken einheitlich durch. In Stuttgart werden laut Beschluss der grün-schwarzen Landesregierung in 2018 besonders belastete Straßen bei Feinstaubalarm für alle Diesel gesperrt, wenn sie nicht der Abgasnorm Euro 6 genügen.

Die Behörden sind in der Pflicht, die Luft nachhaltig zu verbessern. Die Feinstaubwerte sind in der Landeshauptstadt deutlich zu hoch.

Die geltenden Emissionswerte bei Euro 6 für Pkws mit Ottomotor in mg/km

  • CO: 1.000
  • HC(NMHC): 100 (68)
  • NOx: 60
  • PM: 4,5
  • PN (pro km): 6 x 10 hoch 11

CO = Kohlenstoffmonoxid
HC = Kohlenwasserstoffe
NOx = Stickstoffoxide
NMHC = Nichtmethankohlenwasserstoffe
PM = Partikelmasse Feinstaub
PN = Partikelanzahl

Die geltenden Emissionswerte bei Euro 6 für Pkws mit Dieselmotor in mg/km

  • CO: 500
  • HC + NOx: 170
  • NOx: 80
  • PM: 4,5
  • PN (pro km): 6 x 10 hoch 11

Die geltenden Emissionswerte bei Euro 4 für Motorräder in mg/km

  • CO: 1.140, 1.000 als Diesel
  • HC: 170, 380 bei V-max unter 130 km/h, 100 als Diesel
  • NOx: 90, 70 bei V-max unter 130 km/h, 300 als Diesel
  • PM: 80
  • db(A): 75 bis 80

Die geltenden Emissionswerte bei Euro 5 für Kleinkrafträder in mg/km

  • CO: 1.000
  • HC: 630
  • NOx: 170
  • db(A): 66 bis 76 Diesel Lkw > 3,5 t und Busse > 3,5 t

Die geltenden Emissionswerte bei Euro 6 für Diesel Lkw und Busse über 3,5 t in mg/km

  • Real Driving Emissions (RDE) Faktor: 1,5
  • CO: 1.500, 4.000
  • HC: 130, 160
  • NOx: 400, 460
  • NH3 (ppm): 10, 10
  • PM: 10, 10
  • PN (km): 8 x 10 hoch 11, 6 x 10 hoch 11

NH3 = Ammoniak

Die Einhaltung der Grenzwerte für Euro VI werden nach dem derzeitigen Stand der Technik mit einem geschlossenen Dieselrußpartikelfilter erfüllt.

Die PKW Maut und die vorgesehenen Kfz Steuer-Entlastung

Am 25. Januar 2017 hat das Bundeskabinett beschlossen, dass besonders schadstoffarme Autos der Euronorm 6 steuerlich entlastet werden über die Infrastrukturabgabe hinaus.
Der CO2-Grenzwert steht seit 01. Januar 2014 bei 95 Gramm pro km, der steuerfrei ist, jedes weitere Gramm kostet 2,00 Euro zusätzlich zum Steuer-Sockelbetrag.

Was bedeutet die Euronorm 6?

In der Emissionsnorm Euro 6 sind vor allem niedrige Maximalwerte für Partikel- sowie Stickoxid-Emissionen bei Fahrzeugen festgelegt. Diesel-Pkw dürfen 80 mg Stickoxide per Kilometer emittieren. Bei Benzinern ist der Grenzwert 60 mg per Kilometer. So sind die meisten technisch erforderlichen Modifikationen überwiegend bei Diesel-Modellen erforderlich geworden bestätigt Rolf Hinrichs EEV.

Leichtere Modelle bis etwa 1.700 Kilogramm kommen schon durch eine optimal abgestimmte Gemischaufbereitung sowie Abgasreinigung auf Euro 6. Sind die Maßnahmen nicht ausreichend, so ist der Einsatz des NOx-Speicherkatalysator erforderlich. Schwerere Diesel brauchen einen SCR-Katalysator, der eine Harnstoffeinspritzung besitzt. Dabei wird die AdBlue bezeichnete, geruchsneutrale Harnstofflösung eingespritzt. Sie reagiert mit den Abgasen und macht aus Stickstoffoxiden harmlosen Wasserdampf und Stickstoff. Der AdBlue-Verbrauch reicht dabei meist 1.000 km, und der zwanzig Liter Zusatztank im Fahrzeug wird beim normalen Service nachgefüllt. Die aufwändige Technik kostet und der Antriebsstrang kann bis zu zehn Prozent teurer werden durch die umfangreiche Abgasnachbehandlung. Ist der AdBlue-Tank leer, können Sie das Fahrzeug nicht mehr starten.

Der Diesel wird 125 Jahre

Erst uferte der Abgasskandal aus nun gibt es den Streit um die Blaue Plakette, die dem Euro 6 Diese freie Fahrt geben soll. Hat der Diesel bald ausgedient? Die Fahrverbote in den Städten könnten dazu führen. Den guten Ruf hat der Diesel bereits verloren.

Die anderen Fahrzeuge

Motorräder und Kleinkrafträder

Neue Kleinkrafträder und Motorräder werden seit Januar 2017 für den Verkehr nur noch zugelassen werden, wenn sie bei Abgasgrenzwerten der Euronorm 4 genügen. Ab Januar 2020 gilt bei der Typprüfung die Euronorm 5.

Der EEV-Standard im Emissionsausstoß

Der EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) ist laut Rolf Hinrichs derzeitig der anspruchsvollste europäische Abgasstandard, den für Busse und Lkws einhalten können. Das umweltfreundliche Fahrzeug die EEV ist ein Ausdruck, der in der EU auch bei den Emissionsnormen der Definition eines sauberen Fahrzeugs über 3,5 Tonnen in den Kategorien M2 sowie M3 verwendet wird, das sind Fahrzeuge zur Personenbeförderung von über acht Personen. Der Standard liegt zwischen Euro V und Euro VI. Zum Beispiel wird die Straßennutzungsgebühr(Maut) bei den Lkws nach der Schadstoffklasse berechnet. Sie staffelt sich in den Kategorien in Fahrzeuge mit zwei bis zu fünf und mehr Achsen. Die Kategorie B entspricht EEV 1 oder Euro 5, Die Kategorie A entspricht Euro 6. Die Schadstoffklasse steht bei den in Deutschland zugelassenen Lkws im Fahrzeugschein. Sie lässt sich vom dem Klartext bei Ziffer 14 sowie dem Code bei Ziffer 14.1 in der Zulassungsbescheinigung Teil I des Fahrzeugscheins ableiten.

Der Abgasskandal

Der VW-Konzern hat Dieselfahrzeuge jahrelang mit einer Software manipuliert, dass sie auf dem Prüfstand Abgasgrenzwerte einhalten, auf der Straße deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen. Als das Mitte September 2015 bekannt wurde, waren weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die meisten in Europa, davon über zwei Millionen in Deutschland. Von Januar 2016 ruft VW die in Deutschland betroffenen Autos nach und nach in die Werkstätten zurück, ist aber nach wie vor der Meinung, mit der Software nicht in der EU gegen Gesetze verstoßen zu haben – im Gegensatz zu den USA. Dort hat VW im Januar 2017 einen Vergleich ausgehandelt über 4,1 Milliarden Euro an Bußgeldern sowie Strafe. Die Geschichte ist überall noch nicht abgeschlossen, Klagen stehen noch an. Interessant ist, dass VW bereits in 1974 in den USA 120.000 Dollar wegen Verstoßes gegen den Clean Air Act zahlen musste.

Die anderen Autokonzerne

Als im Dezember 2015 die Deutsche Umwelthilfe einen BMW 320d und einen Mercedes C200 CDI sowie einen VW Passat 2.0 TDI sowohl auf dem Prüfstand als auf der Straße durchmessen ließ unter Realbedingungen, traten bei allen Fahrzeugen Abweichungen bei NOx-Emissionen am Rollenprüfstand und Straßenmessungen zu Tage. Vor Veröffentlichung drohten Anwälte der Autohersteller der DUH in Schreiben und wollten die Veröffentlichung verhindern. Die Vertreter der Autohersteller waren bei den Test dabei.

Im April 2016 hat Mitsubishi, der sechstgrößte Automobilhersteller Japans, die Manipulationen bei Verbrauchswerten seiner Modelle zugegeben. Davon waren 625.000 Fahrzeuge betroffen, davon Modelle für Nissan.

Laut Bundesverkehrsministerium soll auch FIAT, die GM-Tochter eine illegale Abschalteinrichtung verwendet haben: einen Timer, der die Abgasreinigung nach dem Prüfzyklus abschaltet.

Leider ist beim Abgas noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, das haben in diesem Fall wohl die Autokäufer.

https://rolfhinrichs.com/schadstoffgrenzwerte-nach-euronorm-und-eev/
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